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Technikus Express

Die Modelle von "Technikus Express" wurden etwa 1948/49 von der Firma Technikus Express Rudolf Schmidt, Berlin Schöneberg, Naumannstr. 33 (im amerikanischen Sektor) hergestellt, so die Angabe auf den Originalkartons. Das Miba Heft 8/1949 dagegen nennt die Firma Theodor Wolf in Berlin Reinickendorf Ost (im französischen Sektor) als Hersteller.

Waggons und Gleise von Technikus Express sind entsprechenden Trix Express Modellen sehr ähnlich. Also ein Plagiat? Nach dem Krieg dauerte es ein paar Jahre, bis Trix 1948 (nach der Währungsreform im Juni 48) die Produktion von Modelleisenbahnen in Nürnberg wieder aufnehmen konnte. Aufgrund der Währungsreform 1948 in den Westsektoren Berlins kam es aber zur Blockade der Westsektoren ab Juni 1948. Die gesamte Versorgung der Westsektoren Berlins mußte für die folgenden 13 Monate über eine Luftbrücke aus den Westzonen erfolgen. Transportiert wurden natürlich vor allem Nahrungsmittel und Heizmaterial, sicherlich keine Modelleisenbahnen. In dieser Situation ist es denkbar, daß die Modelle von Technikus Express als Ersatz für die nicht lieferbaren Modelle aus den Westzonen hergestellt wurden. Da ein Übergang zwischen den Westsektoren und dem Ostsektor Berlins auch während der Blockade möglich war, konnten diese Modelle auch auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1949 ausgestellt werden.

Die Miba erwähnt die Marke Technikus Express in ihrem Bericht zur Leipziger Frühjahrsmesse 1949 "Die Firma TECHNIKUS, Berlin, stellte eine ganz neue amerikanische Diesellok und einige Wagen zur Schau." und weiter unten "Die Firma Theodor Wolf, Berlin Reineckendorf-Ost, mit ihrem bekannten Technikus-Expreß hat sich bereits viele Freunde erworben durch ihre sorgfältig bemalten und gut aussehenden Güterwagen, sowie einer kleinen Dieselverschiebelok mit Motor." (Miba, Heft 8/1949). In den Modellbahnheften des Spielwarenhändlers Werner Böttcher aus Templin in Brandenburg wurden die Modelle ebenfalls besprochen.

Nach Aufhebung der Blockade im Sommer 1949 hielten die Modelle einem Vergleich mit den wieder angebotenen Modellen von Trix und Märklin sicherlich nicht mehr stand und verschwanden in der Folgezeit wieder vom Markt.

Güterbahn

Hergestellt wurden eine 2-achsige Diesellok sowie verschiedene 2-achsige Güterwagen und Personenwagen. Die Gehäuse der Lok und der Personenwagen bestehen aus Blech, die Aufbauten der Güterwagen aus Holz. Drehgestellblenden der Wagen aus Metallguß. Die Form der Kupplung ist identisch mit der Hakenkupplung der Bulli-Bahn von Herr (und ähnlich der Trix Express Kupplung von 1935). Die Waggons sind entsprechenden Trix Express Modellen nachgebildet. Die Bedruckung der Tankwagen entspricht bis ins Detail den Trix Express Tankwagen. Handelt es sich dabei vielleicht um Restbestände aus der Vorkriegszeit?

Gleise

Dazu gab es Gleise, die den Trix Express Bakelit Gleisen sehr ähnlich sind. Nachgewiesen sind gerade und gebogene Gleise. Ob auch Weichen hergestellt wurden, ist bisher unsicher. Das Gleis wurde mit und ohne Mittelleiter hergestellt. Der Triebwagenzug wurde auch mit einem Holzschwellengleis mit Mittelleiter geliefert.

Triebwagenzug

Das Meisterwerk von Technikus Express ist ein 5-teiliger Dieseltriebzug (quasi ein ST 800 für Trix Express), der von vorne eine gewisse Ähnlichkeit mit dem TTR 'Meteor' (in England ab 1956) hat. Dieser Triebzug setzt sich deutlich vom Spielbahncharakter der Diesellok und der anderen Waggons ab.

Das Gehäuse aus Blech wurde professionell bearbeitet (Biegearbeiten vorne und hinten) und erhielt eine zweifarbige Spritzlackierung mit Schablonen. Die Beschriftung "CITY OF LOS ANGELES" und "TECHNIKUS EXPRESS BERLIN GERMANY" wurde von Hand vorgenommen .

Die Räder der angetriebenen Achsen des Triebkopfes sind aus Messing und laufen in Messinglagern, alle anderen Räder sind wiederum gedrechselt aus Holz und laufen in Holzlagern. Die Drehgestellblenden sind aus Blech. Beide Drehgestelle des Triebkopfes werden jeweils über einen eigenen Motor angetrieben. Der senkrecht stehende Motor wirkt über eine Schnecke auf eine Achse des Drehgestells. Die Stromabnahme erfolgt über 2 Schienenschleifer vorne und hinten am Triebkopf, entweder einseitig (für Zweischienengleis) oder mittig (für Gleise mit Mittelleiter). Der Schienenschleifer kann als Rolle oder als Lasche ausgeführt sein.

Alle Wagen haben eine Innenbeleuchtung. Über eine gut durchdachte Steckverbindung sind die Wagen elektrisch und mechanisch untereinander verbunden. Der Clou sind die Fenster: anscheinend aus Filmmaterial sind diese grau schattiert und geben bei Illumination von innen oder beim Blick gegen starkes Licht die Illusion eines Inneraumes mit 2 Sitzreihen und gegenüberliegendem Fenster.

Die Gestaltung und Beschriftung des Zuges läßt die Vermutung zu, daß mit diesem Zug auch die Besatzungssoldaten im amerikanischen Sektor als mögliche Käufer angesprochen werden sollten.

Interessant ist auch ein Vergleich mit dem Modell einer Santa Fe EMC Diesellok ("Streamlined Diesel Engine") von HP Products aus dem Katalog von 1948. HP Products stellte in den USA die ersten TT Modelle her. Die Ähnlichkeit in der Gestaltung der Drehgestelle ist erstaunlich.


Ausschnitt aus dem Katalog von HP Products vom November 1948.

Modellbahnenwelt Heft 68 (Mai 1949)

In der dänischen Modellbahnerzeitschrift "Modeljernbanen", Heft 7 vom Oktober 1949 ist der Artikel auf dänisch erschienen.

Vorbild

Das Vorbild für diesen Zug ist der UP (Union Pacific Railroad) City-Streamliner "City of Los Angeles",

City of Los Angeles
, der von 1936 bis 1971 zwischen Los Angeles und Chicago verkehrte. In den 30er und 40er Jahren wurden die Züge von Dieselloks der Baureihen E2/E3 von EMC gezogen. Markant sind die seitlichen Bullaugen, die im Modell sehr gut wiedergegeben sind.

Anmerkung

Unter dem Namen "Technikus" gab es auch einen Metallbaukasten des "VEB Funkwerk Leipzig".

Betriebsanleitung des Technikus Express

Artikelliste

Literatur

Zeitschriften

  • Dieselzug; Modellbahnen-Welt, 68/1949, S. 22-24

Weitere Referenzen

  • Peter Berg; Trix Express; Borch Druck 2004 ()
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Letzte Änderung: 31.12.2019 13:35
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